Typisch Hüsch/Carmina Urana
Das 1959 von einem deutschen Radiosender in Auftrag gegebene Tonspiel Carmina Urana ist wegen seiner zu konkreten Aussage und avantgardistischen Form niemals ausgestrahlt worden.
Der Titel ist ein Wortspiel auf die Carmina Burana -einer Sammlung mittelalterlicher Vagantenlieder- und Uran, dem chemischen Grundstoff zur Herstellung der Atombombe.Angeregt durch die Ostermarschbewegung der späten 50er Jahre, versucht Hüsch mittels Gesang und Sprache, eine Darstellung der in Wohlstand und Gleichgültigkeit dahin-dämmernden Menschen, die die drohende atomare Vernichtung, mit hohlem Geschwätz und Verharmlosung übertünchen wollen.
Typisch Hüsch, wurde erstmalig im Jahre 1970 veröffentlicht. Auch hier zeigt er seinen souveränen und phantasievollen Umgang mit der Sprache. Inhaltlich haben die Themen der Texte und Lieder auch nach den vielen Jahren leider nichts von ihrer Aktualität und Aussagekraft verloren. Es gibt sie noch Alle von denen berichtet wird; die Friedens- und Seelenheilverkäufer, Abwiegler, Gesinnungsschnüffler, Scharfmacher und Ewiggestrigen. Aber es wäre nicht Hüsch, wenn nicht auch das Prinzip Hoffnung in seinen Texten zum Ausdruck kommen würde.
Die Musik zu den Liedern wurde mit so bekannten Musikern wie Volker Kriegel, Eberhard Weber, George Gruntz, Gerd Dudek, Pierre Favre bzw. mit dem Kabarettkollegen Dieter Süverkrüp, eingespielt.