Bettina Wegner - Biografie

BETTINA WEGNER wurde 1947 in West-Berlin geboren. Nach Gründung der DDR im Jahre 1949 ziehen ihre Eltern - beides überzeugte Kommunisten- in den Ostteil der Stadt.
1964 - 1966 Ausbildung zur Bibliotheks-Facharbeiterin und ab 1966 Besuch der Berliner Schauspielschule.
Sie gehört zu den MitbegründerInnen des Hootenanny-Clubs, jenem Vorläufer des legendären Oktoberklubs, in dem ab 1967 Folk- und Protestsongs aus den USA mit Inhalten aus der Lebenswelt junger Menschen in der DDR verknüpft werden.
Als sie 1968 Flugblätter gegen den Einmarsch der Truppen des Warschauer Pakts in die CSSR (Prager Frühling)verteilt, wird sie exmatrikuliert, verhaftet und unter der Anklage "staatsfeindlicher Hetze" auf Bewährung verurteilt.

1968 Geburt des Sohnes Benjamin.   

Nach "Bewährung in der Produktion" besucht sie die Abendschule, holt das Abitur nach, absolviert von 1971/72 eine Ausbildung zur Sängerin am Zentralen Studio für Unterhaltungskunst (mit dem Abschluß-Diplom einer “staatlich geprüften Schlagersängerin” und der Berechtigung, in der Öffentlichkeit zu singen) und verdient sich ihren Lebensunterhalt fortan als freiberufliche Künstlerin.


Sehr bald jedoch gerät sie erneut mit den staatlichen Instanzen in Konflikt. 1973 - 1976 Ihre Veranstaltungsreihen "Eintopp" und "Kramladen", die Wegner zusammen mit ihrem damaligen Ehemann, dem Schriftsteller und Journalisten Klaus Schlesinger auf die Bühne bringt, werden kurzerhand verboten.

1974 Geburt des Sohnes Jakob.

Sie schließt sich 1976 dem öffentlichen Portest gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns an, wird in ihren Auftrittsmöglichkeiten zunehmend eingeschränkt und erhält schließlich Auftrittsverbot. 1983 fordert man sie offiziell zur Übersiedlung in die Bundesrepublik auf, und das Kulturministerium leitet ein Ermittlungsverfahren wegen "Verdachts auf Zoll- und Devisenvergehen" gegen sie ein. Kurz darauf verläßt Bettina Wegner mit ihren beiden Kindern die DDR und geht in den Westteil Berlins.

Für die LP "Sind so kleine Hände" erhält sie 1978 eine goldene Schallplatte. Auf grossen Tourneen füllt Sie Hallen und Stadien und tritt gemeinsam mit Künstlern wie Joan Baez, Chris de Burgh und Angelo Branduardi auf. Jedesmal steht sie allein mit ihrer Gitarre auf der Bühne und fesselt ihr Publikum.

Anfang Dezember 1989 Auftritt, gemeinsam mit anderen ausgebürgerten Liedermachern, zum ersten Mal nach dem Fall der Mauer im Ost-Berliner Haus der Jungen Talente Sie gehört 1992 zu den Mitunterzeichnern des Appells zur Gründung von Komitees für Gerechtigkeit und organisiert ab 1993 für vier Jahre die Reihe Lieder der Welt - Konzerte in Flüchtlingslagern. 1997 mit "Im Niemandshaus" die fünfte Buchveröffentlichung und im gleichen Jahr große Deutschlandtournee. 2001 Konzerte zusammen mit Susanne Vega, die vom Publikum umjubelt wurden.

Die überzeugte Antifaschistin und Gegnerin der Todesstrafe ist immer wieder bei Initiativen gegen Rechts und antifaschistischen Veranstaltungen zu Gast und tritt gemeinsam mit international renommierten Kollegen auf, darunter Herbert Grönemeier, Georg Danzer, Ludwig Hirsch oder Konstantin Wecker mit dem Sie für zwei Produktionen zusammenarbeitete.    

Weitere CD-Veröffentlichungen und Konzerte. Bettina Wegner singt Lieder für Beiseitegeschobene, für Unterdrückte, für Schwache, Lieder für Toleranz und Menschlichkeit. Vom Belgischen Rundfunk wird ihr Schaffen mit der „Ehrenantenne“, dem Liedermacher-Preis Belgiens, gewürdigt.

Am 22. Januar 2005 feiert Bettina Wegner in der Berliner Passionskirche vor ausverkauftem Haus ihr 35jähriges Bühnenjubiläum bei dem u.a. Angelo Branduardi und Stefan Heym mitwirkten.
Nach über 35 Jahren Tourneen und Plattenveröffentlichungen verabschiedete sich Bettina Wegner 2007 mit einer Abschiedstournee mit über 60 Konzerten in Deutschland, Österreich und der Schweiz vom ihrem Beruf.

BETTINA WEGNER hat seit mehr als dreieinhalb Jahrzehnten ihren festen Stammplatz in der Liedermacher-Szene. Einfühlsame Texte, verknüpft mit literarischem Können, halten ihr Publikum zusammen. Sie singt vom Lebensanspruch des Einzelnen, kämpft gegen Verständnislosigkeit und Unmenschlichkeit, gegen die Gefühlsarmut unserer Gesellschaft und die Unfähigkeit, miteinander umzugehen. Gerade in den Zeiten einer bedrohlich  zunehmenden rechten Stimmung in diesem unseren Lande sind Künstler wie Bettina Wegner besonders wichtig!