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Rheinpreußen ruft Alarm - Lieder aus der Rheinpreussensiedlung

Frank Baier

Artikelnummer: 1CD88923-2
Sonderedition, 2005
18,95 Euro
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  • Beschreibung

    Unter der Federführung von Frank Baier entstand diese kleine Rariät gelebter Demokratie.
    In den heutigen Zeiten von Spekulantentum und Wohnungsnot ein Beispiel für Selbstorganisation durch Genossenschaften.
    Zur Geschickte der "Rheinpreussen"
    1897-1905 Bau der Rheinpreußensiedlung für Bergleute in Homberg (etwa 1700 Wohnungen). Anwerbung von Bergleuten in ganz Deutschland und im Ausland, vorrangig in Österreich.
    1913-1914 Bau Johannenhof als zusätzlicher Teil der Rheinpreußensiedlung für Angestellte der Zeche (100 Wohnungen).
    1925 Ende der Kohleförderung in Homberg, Bergleute arbeiten in Zechen außerhalb von Homberg.
    1966 Verkauf der Siedlung an die Baufirma Kun, die den Abriss des gesamten Bestandes und eine Neubebauung plant.
    1967 Stadtverwaltung und Rat der damals selbständigen Stadt Homberg planen und beschließen erste Bebauungspläne. Wohnungskündigungen und erste Abrisse von Häusern.
    1973 Ein Großteil der Siedlung ist abgerissen und durch Neubauten (Hochhäuser mit 22 Geschossen) ersetzt. Baufirma Kun geht in Konkurs. Stillstand von weiterem Abriss und Neubau Gläubigerbanken verfolgen aber weiter die Abriss- und Neubaupläne. Noch etwa 600 Wohnungen erhalten.
    1975-1977 Gründungen der Bürgerinitiative Johannenhof und Bürgerinitiative Rheinpreußensiedlung, die sich später zusammenschließen. Umfangreiche Aktivitäten und Aktionen der Bewohner (Mieterversammlungen, Briefe, Gespräche, Demonstrationen, Mahnwachen, Hungerstreiks, Medienarbeit). Vielfache Unterstützung von Musikern, Künstlern, Juristen, Stadtplanern, Hochschullehrern, Studenten. Zusammenarbeit mit anderen Bürgerinitiativen in einer Arbeitsgemeinschaft.
    1978 Erhalt der Rest-Siedlung gesichert, aber Gläubigerbanken beginnen mit dem Verkauf der einzelnen Wohnungen (Privatisierung). Erneute Aktionen.
    1979 Unbefristeter Hungerstreik vor dem Rathaus Duisburg, um den Einzelverkauf zu stoppen. Nach 18 Tagen Hungerstreik, Ankauf der nicht privatisierten 403 Wohnungen durch die Stadt Duisburg, überwiegend finanziert durch das Land NRW. Der Erhalt der nicht privatisierten 403 Wohnungen als Mietwohnungen wurde somit dauerhaft gesichert.
    1980-1982 Gespräche und Überlegungen bezüglich der Zukunft und Sanierung mit Bürgerinitiative, Stadtverwaltung und
    ab 1985 Übernahme der Siedlung und dauerhafte Verwaltung durch die Genossenschaft unter ständiger Beteiligung der Bewohner.

  • Titelfolge

    1. Blagen ausse Siedlung
    Gesungen vom Chor der Blagen Jetta, Barney am Akkordeon und Frank an der Ukulele auf der Mauerstraße, Rheinpreußensiedlung. Ein Live-Mitschnitt zu dem TV-Film „Mai im Revier" für die Deutsche Welle (DW), Mai '96 aufgenommen.
    2. Opa Weber
    Kinderlied für Sesamstraße (NDR), ca. 1976 gesendet. „Opa Weber" ist Frank's erstes Lied übber die Rheinpreußensiedlung. Kurz danach entstand das Hochhaus-Lied, auch gemeinsam mit Kindern aus den Hochäusern getextet.
    3. Das Hochhaus
    Frank wohnte damals in einem Hochhaus-Ghetto, Sozialer Wohnungsbau, vergleichbar mit den „weißen Riesen" in Homberg-Hochheide.
    4. Als die Mieter frech geworden
    ...wurde sehr schnell unser „Hit" bei Mieter-Streiks und Demonstrationen, weil alle mitsingen konnten (vor Rathaus, Banken usw.). Da wurden Namen genannt, da ging die Post ab, wenn wir gemeinsam „Wau – Wau" und „Täterätätä" sangen. Das war unser Lied; das war die Geschichte der Siedlung.
    5. Rheinpreußen-Lied
    ...entstand gemeinsam in Stinas Küche im ersten besetzten Haus in der Schlägelstraße. Henk spielte Quetsche und wir sangen die Melodie „Wir lagen vor Madagaskar". Das war allen bekannt. Es herrschte „Belagerungszustand".
    6. Rheinpreußen ruft Alarm (original)
    Das Lied entstand spontan bei dem letzten Hungerstereik der Rheinpreußen-Mieter vor dem Duisburger Rathaus am 12. Februar '79. Richard Limpert brachte den Text mit und las laut vor. Fasia Jansen summte plötzlich die Melodie von „Ein Bomben ist gefallen" – ein Ostermarsch-Lied. Es passte auf Richard's Text. Und schon sangen wir zum ersten mal das Lied in der Nacht auf den Rheinpreußentreppen. Uns wurde ganz warm bei der Kälte.
    7. Genossenschafts-Lied
    Nachdem wir 1985 (nach 10 Jahren Kampf um die Siedlung) die Genossenschaft gegründet hatten, machte Frank sich als Liedermacher nochmal auf die Socken: das Genossenschafts-Lied musste her! Die Aufnahme mit dem Rheinpreußen-Chor entstand für eine Rundfunk-Sendung von Ingrid Müller-Münch über unsere Siedlung. Barney Brands und Helmut (Lieder-) Meier begleiten uns mit ins Studio – mit Akkordeon und Mandoline. Jetta singt den Frauentext mit frecher klarer Stimme.
    8. Gegen Spekulanten
    Bei einem unserer ersten Straßenfeste tauchte plötzlich Klaus der Geiger, der Straßenmusiker aus Köln auf. Es muss der 22. Mai 1976 auf der Mauerstraße gewesen sein. Klaus fiedelte los und sang lautstark „Ge-, ge-, ge-, gegen die Banken, ge-, ge-,ge-, gegen Spekulanten. Das Haus wird besetzt, die Miete nicht bezahlt...". Ha, da konnten wir was mit anfangen. Die Familie Vieler sitzt mit sechs Kindern in dem besetzten Haus auf der Kronen- Ecke Breitestraße. Strom und Wasser waren von der Stadt gesperrt. Dramatische Szenen und Kampftage. Kein Haus sollte mehr abgerissen werden!
    25 Jahre später hat Klaus der Geiger in Köln für uns dieses Lied noch mal neu eingespielt.
    9. Rheinpreußen ruft Alarm (live)
    Live-Aufnahme aus dem Konzert Antananarivo, Madagaskar im Jan. 1983 mit der Gruppe „Rossy". Bei ihrer Tournee durch Deutschland gaben Rossy und seine Musiker ein Ständchen in unserer Siedlung bei Christa und Fritz vorm Haus in der Mauerstraße – es war im Juli '83. Ihr Song handelt von einem Reisbauern-Kollektiv auf dem Land. Die Bauern wehrten sich gegen schlechte Pruduktionsbedingungen und gründeten auch eine Genossenschaft – ähnlich wie wir.

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